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Audiovisuelles Kunstprojekt EXCHANGE - BACHLUTHER kommt nach Ansbach

Zum 500. Reformationsjubiläum wurde das audiovisuelle Kunstprojekt EXCHANGE - BACHLUTHER von einem deutsch-australischen Künstlerkollektiv entwickelt. Sechs Multimedia-Objekte zu Martin Luthers Katechismus wurden bereits im Berliner Dom und im Bachhaus Eisenach gezeigt.

Zur Bachwoche Ansbach waren im Kunsthaus Reitbahn Ansbach die sechs Objekte in Kombination mit zwei weiteren interaktiven Installationen zu sehen, von denen eine auf dem Campus der Hochschule Ansbach (Foyer 50er Gebäude) präsentiert wurde.

An den ausgestellten Werken beteiligten sich zwölf Licht- und Medienkünstler, zumeist Studierende, Alumni und Lehrende der Hochschule Ansbach und der University of Technology Sydney (UTS). Mit großem Einsatz haben Studierende des Master-Studiengangs Multimediale Information und Kommunikation sowie des Bachelor-Studiengangs Multimedia und Kommunikation an den Objekten gearbeitet, die nun in Ansbach einer breiten Öffentlichkeit gezeigt werden konnten.  

Multimedia-Kunst zur Reformation im Bachhaus Eisenach

Nachdem die Vorschau zur Ausstellung "Text: Luther & Musik: Bach" im Berliner Dom am vergangenen Sonntag mit einer Besucherzahl von etwa 80.000 Personen und mit viel Lob vom Ausstellungsteam des Berliner Doms zu Ende ging, wird diese Ausstellung in erweiterter Form am 28. April im Bachhaus Eisenach eröffnet.  

Dieses Entwicklungsprojekt des Kompetenzzentrums für Sound und Interaktion an der Hochschule Ansbach (welches auch die Mitarbeit von Studierenden einschließt), ist nun auch um eine Installation des internationalen Künstlerkollektivs tranSTURM erweitert zu sehen. Für die Installation "lux_chorale" schuf MIK-Masterstudent David Ferstl einen Vierkanal-Soundtrack. Die Steuerungstechnik der Installation wurde von MIK-Masterstudent Michael Kirschner in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Robert Krämer entwickelt. 

Am 10. März eröffnete die Ausstellung bereits im Berliner Dom. Sechs Multimedia-Boxen zu Luthers Katechismus ergänzen diese Ausstellung. Diese Installationen wurden von Studierenden und Lehrenden der University of Technology Sydney (UTS) und der Hochschule Ansbach in Kooperation mit australischen Künstlerinnen und Künstlern sowie dem Bachhaus Eisenach erschaffen.

Die Inspiration lieferten zwei geschichtliche Fälle von medialem „Crossover“: Luthers Forderung, das Wort Gottes müsse gepredigt und gesungen werden, und Bachs Gestaltung von Luthers Katechismus-Liedern in seiner „Orgelmesse“. Luthers „Katechismus“, erstmals 1529 erschienen, war viele Jahrhunderte die Grundlage des Unterrichts in evangelischen Schulen und Pfarrgemeinden. Doch Luther schrieb nicht nur diese „Fragstücke“ zu sechs christlichen Kernthemen: Gesetz, Glaube, Gebet, Taufe, Beichte und Kommunion. Er dichtete zu jedem Stück ein Lied – durch bloßes Singen könnten dann die Schüler die Grundlagen ihres Glaubens erlernen. So, mit dem Singen von Luthers sechs Katechismus-Liedern, begann 160 Jahre später um 6 Uhr jeder Schultag von Johann Sebastian Bach. 1739, zum Leipziger Reformationsjubiläum, verwandelte Bach die gleichen Lieder in seiner „Orgelmesse“ in kunstvolle Kompositionen.

Angeordnet nach den Schultagen Montag bis Samstag schufen zehn sehr unterschiedliche Künstler, Fotografen, Maler, Choreographen, Bühnenbildner, Multimedia-Künstler und Komponisten Raum-, Licht- und Klanginstallationen, die sich mit je einem der sechs Stücke von Luthers Katechismus auseinandersetzen.

Die Arbeiten koordinierten zwei Hochschullehrer, Prof. Dr. Cornelius Pöpel (Hochschule Ansbach) und Michael Day (UTS Sydney) sowie der international bekannte Lichtkünstler Ingo Bracke. Die Studierenden Hannes Böck, Jan Kreusel, Jamie Lay und Joana Rousseva (alle Multimedia und Kommunikation) haben Soundtracks zu den Katechismus-Stelen erschaffen, David Ferstl (Multimediale Information und Kommunikation) hat als Tutor die Erarbeitung begleitet.