Erfolgreicher Abschluss Projekt „Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern“

Wie können Blinde und Sehbehinderte sich in einem Gebäude leichter orientieren? Diese Frage behandelt das Inklusions-Forschungs-Projekt der Hochschule Ansbach. Ihre Ergebnisse stellte die Projektgruppe (Leitung: Prof. Dr. Markus Paul, technische Konzeption: Prof. Dr.-Ing. Helmut Roderus, wissenschaftliche Mitarbeit und Koordination: Dunja Zöller) jetzt im Rahmen der Abschlusstagung des Forschungs-und Praxisverbundes „Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern“ in München vor.

Abschlusskonferenz „Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern“

Vom 28. bis 29. Mai. 2019 präsentierten die am Forschungsverbund beteiligten Universitäten und Hochschulen in der Katholischen Akademie München die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen ihrer Inklusions-Projekte einer breiten Öffentlichkeit. Dabei hob auch der Bayerische Wissenschaftsminister, Bernd Sibler (CSU), in seinem Grußwort auf der Veranstaltung die Bedeutung von Inklusion und Barrierefreiheit als zentrale gesellschaftliche Aufgabe hervor und würdigte die Forschungsarbeit der Projektteilnehmer. Die sechs verschiedenen bayerischen Universitäten (Würzburg und Bayreuth) bzw. Hochschulen (Ansbach, Deggendorf, Landshut und München) forschten über zwei Jahre in verschiedenen Teilprojekten zu den Themen Inklusion und Barrierefreiheit. Die gemeinsamen Ziele der Forschungspartner waren und sind: Bauliche und digitale Barrieren erkennen und beseitigen, die Menschen für das Thema der Inklusion zu sensibilisieren und soziale Barrieren in den Köpfen innerhalb und außerhalb der universitären Einrichtungen abzubauen.

Themenbereiche Forschungsverbundpartner

Die Themenpalette reichte von forschungs- bis praxisorientierten Ansätzen. So setzte man sich beispielsweise an der Universität Würzburg mit Einstellungen und Haltungen von Lehrenden und Behindertenbeauftragten bayerischer Hochschulen gegenüber Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen mittels empirischer Forschung auseinander.  Die Projektteams der Universität Bayreuth und der Hochschule Landshut hatten hingegen ganz praktische Fragen zu lösen: „Wie gestalte ich barrierefreie Kultureinrichtungen?“ (Zusammenarbeit Universität Bayreuth mit dem Iwalewahaus-Museum für afrikanische Kunst) und „Wie gehe ich mit gehörlos Studierenden im Hochschulalltag um?“ (Hochschule Landshut).

Ein digitaler Lotse: Forschungsschwerpunkt der Hochschule Ansbach

Ziel des Ansbacher Projektes war es, den Prototyp eines barrierefreien Indoor-Leitsystems auf App-Basis zu entwickeln: Mittels Text- und Sprachausgabe sowie Kontrasteinstellung und Schriftvergrößerung auf dem Smartphone soll dieses Blinden und Sehbehinderte helfen, sich in einem Gebäude orientieren zu können. Die technische Grundlage dieses digitalen Leitsystems bilden die Bluetooth-Funksender Beacons. Für jeden einzelnen Sender lassen sich Orientierungsinformationen in einer Datenbank hinterlegen und mittels der App mit dem Namen „Campus-Lotse” abrufen. Angelegt ist der digitale Helfer aber nach dem Prinzip „Accessibility first“ – also als ein System, das allen Menschen zu Gute kommen soll, so etwa auch Menschen in Stresssituationen oder mit Orientierungsschwierigkeiten.

Der Abschlussbericht aller Einrichtungen sowie weitere Informationen zum Forschungsverbund finden Sie unter folgenden Links:

Abschlussbericht-Forschungsverbund-Inklusive HS und barrierefreies Bayern

Forschungsverbund "Inklusive Hochschule und barrierefreies Bayern"

Öffentlichkeitsarbeit in der Projektlaufzeit

Im Rahmen einer Aktionswoche konnten sich im Oktober 2018 Interessierte über den Stand des Testparcours an der Hochschule informieren.

Projektwoche „Inklusive Hochschule” (8.–12. Oktober 2018)

 

Video der Eröffnungsveranstaltung zur Projektwoche "Inklusive Hochschule"

 

Das Projektteam hat mit dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund und der Kooperation „Augenblick Mal!- Aktionen zur Woche des Sehens“ parallel zur bundesweiten „Woche des Sehens“ (8.-12.10.18, Motto: "Mit anderen Augen") zusammengearbeitet. Es war das Ziel alle Personen für die Themen Inklusion und Barrierefreiheit sowie die Belange blinder und sehbehinderter Personen insgesamt zu sensibilisieren.

Impressionen von der Projektwoche „Inklusive Hochschule” (8.–12. Oktober 2018)

Containeraufbau am 5. Oktober

Auf dem Campus der Hochschule wurde der Container „Erlebnis im Dunklen” der Blindeninstitutsstiftung Würzburg aufgestellt.

Eröffnungsveranstaltung am 8. Oktober

Das Team des Projektes „Inklusive Hochschule" Ansbach organisierte eine erste „barrierefreie" Veranstaltung mit den folgenden Maßnahmen:
    •    Schriftdolmetschung für hörbehinderte Personen
    •    Hinweisschilder – „Halt einfache Sprache” für Personen mit kognitiven Einschränkungen
    •    Beschreibung von Bildmaterial in Präsentationen für blinde und sehbehinderte Personen
    •    Live-Mitschnitt der Veranstaltung für Personen, die der Veranstaltung nicht beiwohnen können bzw. mobil eingeschränkt sind

Begrüßung zur Eröffnungsveranstaltung

Ziel war, eine möglichst barrierefreie Veranstaltung zu organisieren.

Auch Frau Badura, die ehemalige Behindertenbeauftragte der Bay. Staatsregierung und Förderin des Forschungsverbundes hielt eine Ansprache zur Eröffnung.

Der Container „Erlebnis im Dunkeln“

Während der ganzen Projektwoche konnte der Container besucht werden.

Besucher auf dem Weg in den Container „Erlebnis im Dunkeln“.

Verschiedene Hilfsmittel werden vorgestellt, z. B. Blindenlangstock, sprechender Wecker, Sockenhalter, Füllstandsanzeiger und blindengerechte Würfel. Außerdem war die Simulation verschiedener Augenerkrankungen durch spezielle Brillen möglich.

Vorführung der Brailleschrift-Schreibmaschine durch eine blinde ehrenamtliche Mitarbeiterin des BBSB-Mittelfranken an interessierte Schüler.

Spielenachmittag am 10. Oktober

Unter dem Motto „Barrieren spielend überwinden – Teilhabe für alle” wurden den Besuchern blindengerechte Spiele, Hilfsmittel und die Blindenschrift, die sogennante Brailleschrift, von blinden und sehbehinderten Mitgliedern des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes Mittelfranken (BBSB) und der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) vorgeführt. Als Andenken konnten die Besucher ihren Namen in Blindenschrift drucken lassen.

 

Vorstellung Braillemaschine durch Herrn Prechter – Leiter der Ortsgruppe Ansbach, Schüler der Inklusiven Montesorri-Grundschule Ansbach

Spiel eines blindengerechten „Mensch ärgere dich nicht”

Tastkiste der EUTB und Simulationsbrillen zur Nachahmung verschiedener Augenerkrankungen

Vortrag: Augenarzt Dr. Axel Jaksche am 10. Oktober

Der Ansbacher Augenarzt, Dr. Axel Jaksche, referierte in seinem Vortrag über die Erhaltung der Sehfähigkeit und diverse Augenerkrankungen des Alters.

Presseberichte

Fränkische Landeszeitung (FLZ) vom 9. Oktober 2018

Nürnberger Nachrichten (NN) vom 24. Oktober 2018

Personen

Prof. Dr. Markus Paul – Studiendekan Medien Leiter Projekt Inklusive Hochschule

Prof. Dr. Markus Paul

Studiendekan Medien Leiter Projekt Inklusive Hochschule

+49 (0)981 4877-154 92.2.4 nach Vereinbarung vCard

Prof. Dr. Markus Paul

Prof. Dr. Markus Paul – Studiendekan Medien Leiter Projekt Inklusive Hochschule

Studiendekan Medien Leiter Projekt Inklusive Hochschule

Funktionen:

  • Professor Ressortjournalismus (RJO)
  • Professor Internationales Management (BIM)
  • Professor Multimediale Information und Kommunikation (MIK)
  • Stellvertretender Vorsitzender Prüfungskommission Ressortjournalismus (RJO)
  • Studiendekan Medien
  • Leiter Projekt Inklusive Hochschule
  • Beauftragter für Studierende mit Behinderung
  • Hochschulsportbeauftragter

Lehrgebiete:

  • Crossmedialer Journalismus
  • Medienethik
  • Sport-Journalismus
  • Medien-Wirkungsforschung

Vita:

  • Prof. Dr. Markus Paul war zuletzt Mitglied der Chefredaktion der Nürnberger Zeitung. Dort leitete er den Newsdesk und war zuständig für das zentrale Nachrichtenmanagement sowie die Blattplanung und -aufmachung. Zudem betreute er die Jahresrückblicke und publizistische Sonderprojekte. Zuvor war er nach seinem Redaktionsvolontariat lange Jahre Redakteur im Politikressort der Nürnberger Zeitung.
  • Markus Paul hat Geschichte und Germanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg studiert (Magister Artium). Nach seinem Studium promovierte er in Neuerer Deutscher Literaturwissenschaft und forschte und lehrte als wissenschaftlicher Mitarbeit an der Universität Erlangen am Lehrstuhl Prof. Dr. Verweyen.
  • Seit März 2012 lehrt er als Professor an der Hochschule Ansbach im Studiengang Ressortjournalismus.
  • Er ist zudem Rezensent der Online-Zeitschrift "r:k:m - rezensionen: kommunikation: medien" (http://www.rkm-journal.de/archives/16183).

Prof. Dr.-Ing. Helmut Roderus

Prof. Dr.-Ing. Helmut Roderus –

Funktionen:

  • Dekan Fakultät Medien
  • Professor Multimedia und Kommunikation (MUK)
  • Professor Visualisierung und Interaktion in digitalen Medien (VIS)
  • Professor Multimediales Didaktisches Design (MDD)

Lehrgebiete:

  • Informatik
  • Programmierung
  • Internet- und Webtechnologie

Vita:

  • Studium der Informatik am Institut für Mathematische Maschinen und Datenverarbeitung (IMMD) der Friedrich-Alexander-Universtität Erlangen-Nürnberg
  • Promotion am Institut für Mathematische Maschinen und Datenverarbeitung der Universität Erlangen-Nürnberg im Bereich der Theorie der Programmiersprachen
  • Tätigkeit als Referent und Führungskraft im Bereich Software Engineering und Systemarchitektur bei DATEV in Nürnberg
  • seit 1999 Professor an der Hochschule Ansbach

Weitere Kontaktmöglichkeiten:

  • Business-Kontakte: XING
  • Fachliches, Persönliches: Google+

Dunja Zöller, M.Sc.

Dunja Zöller, M.Sc. – Projektkoordinatorin Inklusive Hochschule

Projektkoordinatorin Inklusive Hochschule

Funktionen:

  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin Wirtschaftsinformatik (WIF)
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterin Ressortjournalismus (RJO)
  • Projektkoordinatorin Neustadt an der Aisch- Bad Windsheim- Senioreninformationen (NeaWiS)
  • Projektkoordinatorin Inklusive Hochschule